| Zillertal Bier – Tirols älteste Brauerei- Bierkultur seit 1500. |
Es war im Jahr 1500. Christoph Columbus hatte gerade Amerika entdeckt und Kaiser Maximilian I gerade das Gericht Rattenberg erobert, als die Probstei Zell am Ziller vom Erzbistum Salzburg das Recht verliehen bekam Bier und Branntwein auszuschenken. Damals ahnte man nicht, dass daraus eines der ältesten Unternehmen Österreichs entstehen wird.
Bier wurde aber schon viel früher am Brobsthof (Probsthof) zu „Celle“ gebraut. Den ersten Hinweis darauf, dass in Zell am Ziller Bier gebraut wurde, liefert uns das Salzburgische Erzbischöfliche Urbar 92/1 um 1400, Urbar der Propstei Kropfsberg, aus dem hervorgeht, dass bestimmte „Zutaten“ an die Brauwerkstatt in Zell zu liefern sind. Das Brauen von Bier gehörte damals besonders in größeren landwirtschaftlichen Betrieben, wie der Brobsthof zu dieser Zeit war, genau so zur täglichen Verrichtung wie das Kochen von Speisen.
Damals braute man mit einfachen Mitteln und erfreute sich daran, dass das Bier aus „Celle“ vor allem beim Frühlingsfest (dem heutigen Gauder Fest) in der kleinen Ortschaft ausgezeichneten Absatz fand. Zur Freude der Bevölkerung nach den langen, schweren Alpenwintern feierte man schon damals auf dem sogenannten Gauderlehen in Jörg in der Au, dem heutigen „Gauderhof“, ein weit über die Grenzen bekanntes Kirchtagsfest. Bereits 1428 erwähnten venezianische Kaufleute, die regen Handel mit dem Zillertal betrieben, den Kirchtag und Jahrmarkt in Zell. Heute ist das „Zillertaler Gauder Fest“ Österreichs ältestes und größtes Frühlings- und Trachtenfest und seit damals untrennbar mit unserer Brauerei verbunden.
Als Tirols erster freier Bierbrauer ist uns Ludwig Jobst – ein direkter Vorfahre der heutigen Besitzerfamilie - urkundlich bekannt, dem die Salzburger Hofkammer 1678 das Bierbrauer-Recht, wie auch das Bier- und Branntwein-Zapfenrecht verliehen hat.
1692 wurde die Einführung des Fremden Biers abgestellt, da nur die Brauerei in Zell am Ziller das Bier- und Branntwein-Zapfenrecht hatte. Die Fügener Bierbrauer beschwerten sich, dass sie nur „Zeller Bier“ kaufen konnten.
Bier war im 18. und 19. Jahrhundert durchaus ein Luxusgetränk. Schlechte Getreideernten ließen den Bierpreis steigen. Bier war zu dieser Zeit ein edles Getränk, das sich nicht jeder leisten konnte. In Zell am Ziller wurde zu dieser Zeit noch immer im Polsingerhof – dem heutigen Hotel Bräu – gebraut. 1783 wurde die Brauerei dann an den heutigen Standort an der Gerlosstraße verlegt.
Zillertal Bier gehört zu den innovativsten Brauereien im Lande: Schon in den sechziger Jahren wurde im Zillertal das erste Pils Österreichs gebraut, in den Achtzigern eines der ersten Radler, dann das erste „Schwarze“, ein in Österreich einzigartiges Schwarzbier. Als Neuheit wurde Ende April 2006 ein eigenes Zillertal Weißbier – hell mit feiner Hefe präsentiert.
Als Waltraud Kolbitsch 1987 die große Brautradition im Zillertal übernahm, zählte die Brauerei zu den modernsten und rationellst arbeitenden in Österreich. Bis heute ist das Unternehmen weiter gewachsen und erzeugt mit 34 Mitarbeitern 50.000 Hektoliter Bier. Abnehmer sind die zahlreichen Gast- und Hotelbetriebe des Zillertals, des Tiroler Inntals zwischen Kufstein und Telfs, sowie der Tiroler Handel.
www.zillertal-bier.at |
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